Trekkingschuhe müssen zur Route passen und gut am Fuß sitzen. Wir erklären, wie Sie ein Paar auswählen, die Passform prüfen und die Schuhe auf die Wanderung vorbereiten.

Bedingungen bestimmen
Prüfen Sie vor der Auswahl Untergrund, Höhenmeter, Feuchtigkeit und erwartete Temperatur der Route. Niedrige Trekkingschuhe sind meist leichter und trocknen schneller, was nach einem nassen Abschnitt spürbar ist. Stiefel schützen besser vor Steinen, Schmutz und Kälte, erhöhen jedoch das Gewicht und brauchen länger zum Trocknen. Eine steife Sohle hilft im Geröll, kann die Füße auf einem einfachen Weg aber ermüden.
Eine Membran hilft bei nassem Gras und flachen Pfützen, solange das Wasser außen bleibt. Dringt es von oben in den Schuh, trocknet der Innenraum nur langsam. Das fällt besonders auf mehrtägigen Abschnitten auf, wenn morgens dasselbe Paar wieder angezogen werden muss. In heißem, trockenem Klima ist Atmungsaktivität häufig wichtiger als vollständiger Nässeschutz.
Sorgfältig anprobieren
Kommen Sie mit den Socken zur Anprobe, die Sie auf der Wanderung tragen möchten. Probieren Sie beide Schuhe am besten gegen Abend an, wenn die Füße etwas größer sind. Die Ferse muss sicher sitzen, die Zehen brauchen Bewegungsraum. Beim Abstieg dürfen sie nicht vorne anstoßen: Nach einem langen Abschnitt drohen sonst Schmerzen und beschädigte Nägel.
Gibt es im Geschäft eine geneigte Fläche, gehen Sie darauf auf und ab. Probieren Sie verschiedene Schnürungen und achten Sie auf Druckstellen, solange die Füße noch nicht müde sind. Auf ebenem Boden kann der Druck auf die Zehen beim Abstieg völlig unbemerkt bleiben. Das Material passt sich mit der Zeit etwas an, die Form des Leistens bleibt jedoch gleich. Eine schmerzhafte Stelle bei der Anprobe darf daher nicht mit künftigem „Einlaufen“ abgetan werden.
Die Schuhe vorbereiten
Tragen Sie ein neues Paar zunächst zu Hause und anschließend auf mehreren Spaziergängen. Steigern Sie Entfernung und Rucksackgewicht allmählich, um die Passform unter Belastung zu prüfen. Testen Sie die Schuhe bergauf, bergab und auf unebenem Boden, denn dort verschiebt sich der Fuß auf unterschiedliche Weise. Untersuchen Sie die Füße nach jedem Ausflug: Eine Rötung warnt früher als Schmerz vor einer künftigen Blase. Taucht die Spur wiederholt an derselben Stelle auf, kümmern Sie sich vor der nächsten langen Tour um die Passform.
Üben Sie schon vor einer langen Route, die Schnürung an das Gelände anzupassen. Im Anstieg kann der obere Bereich etwas gelockert werden, damit sich das Sprunggelenk freier bewegt. Vor dem Abstieg wird die Ferse fester fixiert, sodass die Zehen weniger nach vorn rutschen. Knoten und Schnürsenkelenden müssen an ihrem Platz bleiben und dürfen weder an Pflanzen noch am anderen Schuh hängen bleiben.
Fußpflege unterwegs
Halten Sie die Füße tagsüber möglichst sauber und trocken. Ziehen Sie in einer Pause die Schuhe aus, schütteln Sie Sand heraus und wechseln Sie feuchte Socken. Spüren Sie eine heiße Stelle, kleben Sie sie sofort mit einem geeigneten Pflaster ab. Durch Abwarten wird aus einer leichten Reizung eine Blase, und auf dem nächsten Abschnitt tut jeder Schritt mehr weh.
Schneiden Sie die Nägel vorher und lassen Sie eine gerade Kante, damit sie im Schuh nicht stören. Nehmen Sie bewährte Pflegemittel und ein kurzes Stück Ersatzschnur für einen Schaden mit. Entfernen Sie nach einem feuchten Tag die Einlegesohlen zum Trocknen. Stellen Sie die Schuhe an einen belüfteten Ort fern von offenem Feuer, damit Material und Form erhalten bleiben.
Vor dem Start kontrollieren
- Die Sohle hält rundum und hat keine tiefen Risse, um das Verletzungsrisiko zu senken.
- Schnürsenkel, Haken und Schlaufen halten der Belastung stand.
- Die Einlegesohlen liegen glatt und werfen keine Falten, die Blasen und Scheuerstellen verursachen.
- Der Nässeschutz wurde mit einem zum Material passenden Mittel erneuert.
- Sie können mehrere Stunden in dem Paar verbringen, ohne Taubheit oder Schmerzen.
Wichtig: Beginnen Sie keine Route in neuen, noch nie erprobten Schuhen. Reinigen Sie sie nach der Wanderung mit einer weichen Bürste, trocknen Sie sie bei Raumtemperatur und behandeln Sie sie nach Anleitung. Diese Pflege erhält die Form bis zum nächsten Ausflug und verhindert unangenehme Überraschungen auf den ersten Kilometern.
Die Größe für einen langen Tag wählen
Durch Wärme und Belastung wird der Fuß etwas größer; eine kurze Anprobe am Morgen kann deshalb täuschen. Nehmen Sie die Einlegesohle heraus, stellen Sie sich darauf und prüfen Sie die Kontur der Zehen sowie einen angemessenen Freiraum davor. Legen Sie sie wieder ein und beurteilen Sie dann den Fersenhalt im geschnürten Schuh. Diese Reihenfolge zeigt sowohl den verfügbaren Platz als auch den Sitz des gesamten Schuhs.
Ist ein Fuß größer als der andere, wählen Sie die Größe nach diesem Fuß. Das Volumen am kleineren Fuß lässt sich nach fachlicher Beratung durch Schnürung oder eine geeignete Einlegesohle anpassen. Testen Sie jede Veränderung bei einem Spaziergang, bevor Sie sich auf der Wanderung darauf verlassen. Eine zusätzliche Schicht verändert Druck und Höhe im Schuh, sodass die zuvor bequeme Passform anders werden kann.
Auch ein altes Paar sollte vor einer anspruchsvollen Wanderung in Bewegung getestet werden. Während der Lagerzeit können Klebstoff und Zwischensohle zerfallen, selbst wenn außen alles unversehrt aussieht. Mehrere Stunden auf unebenem Weg zeigen den Zustand zuverlässiger als ein kurzer Blick im Flur. So fällt das Problem dort auf, wo Sie die Schuhwahl vor dem eigentlichen Start noch überdenken können.











