Bei der ersten Wanderung mit Übernachtung kommen zur Tour Aufgaben rund um Lager, Schlaf und Verpflegung hinzu. Hier erfahren Sie, wie Sie eine Route wählen und sich ohne unnötige Komplexität vorbereiten.

Wählen Sie einen nahen Lagerplatz
Wählen Sie für die erste Übernachtung einen Platz, der in wenigen Stunden ruhigen Gehens erreichbar ist und einen eindeutigen Rückweg bietet. Ein voller Rucksack kann eine vertraute Entfernung deutlich anstrengender machen. Nach einer langen Etappe bleiben weniger Kräfte für Zelt, Kochen und Einrichten. An einem nahen Platz können Sie diese Dinge erledigen, bevor Sie sehr müde sind.
Informieren Sie sich, wo Sie übernachten dürfen
Prüfen Sie vor der Reise die Regeln des gewählten Gebiets. In Schutzgebieten dürfen Zelte häufig nur auf ausgewiesenen Plätzen stehen; mancherorts ist das Übernachten verboten. Gleichen Sie die aktuelle Regel mit dem konkreten Platz auf der Route ab. So müssen Sie nicht erst nach der Abendetappe nach einem erlaubten Ort suchen.
Wichtig: Eine alte Feuerstelle oder ein fremdes Zelt bestätigen nicht das Recht, über Nacht zu bleiben. Klären Sie gesondert, ob Feuer und Kocher erlaubt sind. Ist die vertraute Art der Essenszubereitung verboten, erfahren Sie das noch vor dem Packen der Küche. Richten Sie sich nach den geltenden Regeln des Gebiets.
Finden Sie heraus, wo Sie Wasser aufnehmen können und wie viel Sie bis zum Lagerplatz tragen müssen. Sind die Angaben zur Quelle unzuverlässig, wählen Sie einen anderen Ort oder nehmen Sie den gesamten Vorrat mit. Für den ersten Ausflug eignet sich ein Platz, zu dem Sie das benötigte Wasser tragen können. Ist ein saisonaler Bach am Abend trocken, lässt sich nur noch schwer eine neue Quelle suchen.
Bereiten Sie Ihre Schlafausrüstung vor
Nachts liegen Sie still und frieren stärker als tagsüber beim Gehen. Wählen Sie den Schlafsack anhand der Komforttemperatur und berücksichtigen Sie Vorhersage sowie Ihre persönliche Kälteempfindlichkeit. Die Angabe „Extrem“ ist ein Notfallwert und eignet sich nicht zur Planung des Schlafs. Wird sie als gewöhnliche Nachttemperatur angesetzt, kann die Nacht sehr kalt werden.
Eine Isomatte trennt den Körper vom kalten Boden. Selbst der dickste Schlafsack hält ohne Matte nicht warm. Wählen Sie die Ausrüstung für die Nacht als Kombination aus Schlafsack und Matte. Eine unzureichende Isolation wird beim ersten Lager genau dann spürbar, wenn Sie sich hinlegen.
Wenn Sie Ausrüstung leihen, fragen Sie nach ihren Eigenschaften und prüfen Sie bei der Übergabe die Vollständigkeit. Blasen Sie eine Luftmatte zu Hause auf und lassen Sie sie mehrere Stunden liegen. Verliert sie Luft, kann vor der Reise noch ein Ersatz organisiert werden.
Bauen Sie das Zelt zu Hause auf
Das Zelt sollte vor der Reise einmal im Hof oder Park aufgebaut werden. Dort können Sie Gestänge, Heringe, Abspannleinen und Reißverschlüsse in Ruhe prüfen. Gleichzeitig wird klar, wie das Außenzelt gespannt wird und wo sich die Lüftungsöffnungen befinden. Diese Erfahrung spart Zeit, wenn das Lager in der Dämmerung eingerichtet werden muss.
- Alle Stangen, Heringe und Abspannleinen sind vorhanden.
- Die Reißverschlüsse funktionieren.
- Es ist klar, wie das Außenzelt gespannt wird.
- Die Lage der Lüftungsöffnungen ist bekannt.
In der Dämmerung benötigt die Gruppe sowohl das Zelt als auch das Abendessen. Ist die Aufbaufolge bereits bekannt, muss niemand auf einem unbeleuchteten Lagerplatz die Anleitung studieren. Zu Hause lässt sich der Zweck jedes Teils klären, ohne dass die Gruppe wartet. Im Lager muss diese Reihenfolge dann nur noch angewendet werden.
Kommen Sie bei Tageslicht im Lager an
Vor Einbruch der Dunkelheit müssen Sie eine Fläche finden, das Zelt aufbauen und Essen zubereiten. Berechnen Sie deshalb die Ankunftszeit am Lager unter Berücksichtigung dieser Aufgaben. Eine Verspätung verringert die Möglichkeit, Boden und umliegende Bäume in Ruhe zu prüfen. Beim ersten Ausflug sollte mehr Tageslicht für das Lager eingeplant werden.
Die Fläche muss eben sein und an einem Ort liegen, an dem Übernachtungen erlaubt sind. Prüfen Sie vor dem Aufbau, wohin Regenwasser fließen würde. Achten Sie auf Äste über dem Kopf und den Abstand zu Abhang, Bachbett und beschädigten Bäumen. Diese Kontrolle ist leichter, bevor Schlafsäcke und Matten ausgebreitet sind.
- Die Fläche ist eben und befindet sich auf einem erlaubten Lagerplatz.
- Regenwasser fließt nicht unter das Zelt.
- Darüber hängen keine trockenen Äste.
- Sie liegt abseits von Abhang und Bachbett sowie von unsicheren Bäumen.
Entfernen Sie vor dem Aufbau nur Dinge, die beim Liegen stören, beispielsweise scharfe Steine. Fällen Sie keine Sträucher und graben Sie den Boden nicht passend zur Zeltform um. Erfordert die Fläche solche Eingriffe, suchen Sie eine andere. So bewahren Sie den Platz und verändern ihn nicht für eine einzige Nacht.
Legen Sie bei Tageslicht trockene Schlafkleidung getrennt von der Wanderkleidung bereit. Halten Sie Lampe, Schuhe und Brille griffbereit, damit Sie nachts nicht zwischen Rucksäcken danach suchen müssen. Merken Sie sich die Lage der Abspannleinen und halten Sie die Wege zwischen den Zelten frei. Gehen Sie im Dunkeln nur mit Lampe hinaus und wissen Sie vorher, wo die Leinen verlaufen.
- Packen Sie trockene Schlafkleidung getrennt ein und tragen Sie sie nicht unterwegs.
- Halten Sie Lampe, Schuhe und Brille griffbereit.
- Merken Sie sich die Abspannleinen und gehen Sie nachts nur mit Lampe hinaus.
- Halten Sie die Wege zwischen den Zelten frei.
Abendessen
Wählen Sie für das Abendessen ein einfaches Gericht und bereiten Sie es im Voraus draußen auf Ihrem Kocher zu, wo dies erlaubt ist. Der Test zu Hause zeigt, ob das Rezept verständlich ist und wie viel Brennstoff gebraucht wird. Ist etwas umständlich, kann die Kochfolge vor der Reise geändert werden. Im Lager bleibt dadurch mehr Zeit für die übrigen Aufgaben am Abend.
Vorsicht: Kochen Sie nur außerhalb des Zelts auf einer stabilen Fläche. Befolgen Sie die Anleitung des Kochers und die Gebietsregeln. Prüfen Sie den Platz vor Beginn des Abendessens, solange Geschirr und Lebensmittel noch umgelegt werden können. Ein sicherer Stand des Geräts hilft, den Kochvorgang ruhig zu kontrollieren.
Verteilen Sie vor Beginn des Abends, wer Wasser holt, kocht und Geschirr spült. Bleiben alle Aufgaben bei einer Person, zieht sich das Abendessen hin. Sind die Rollen bekannt, können die Teilnehmenden verschiedene Dinge gleichzeitig erledigen. Diese Ordnung hilft besonders nach einer Etappe mit vollen Rucksäcken.
Bewahren Sie Lebensmittel und Abfall nach den örtlichen Regeln auf, insbesondere in Gebieten mit Wildtieren. Informieren Sie sich noch vor dem Aufbruch über die Anforderungen des gewählten Platzes. Dann ist nach dem Essen klar, wohin Verpackungen und Reste gehören. Diese Handlungen lassen sich gut in eine zuvor vereinbarte Lagerordnung aufnehmen.
Morgen und Zusammenpacken
- Packen Sie zuerst die trockenen Sachen ein: Schlafsack und Kleidung.
- Verstauen Sie das nasse Außenzelt nach Möglichkeit getrennt von Innenzelt und Schlafsack.
- Kontrollieren Sie vor dem Aufbruch die Fläche: Kleine Verpackungsreste bleiben oft dort liegen, wo die Rucksäcke standen.
- Trocknen Sie das Zelt zu Hause.
Alles Mitgebrachte muss wieder mitgenommen werden. Kontrollieren Sie vor dem Aufbruch die Stellen von Zelt, Rucksäcken und Essenszubereitung. Kleine Verpackungsreste sind leichter zu entdecken, solange die Gruppe den Platz noch nicht verlassen hat. Nach der Kontrolle können Sie den Heimweg in Ruhe fortsetzen.













