Paulusweg

Durch Selge verläuft der östliche Zweig des Pauluswegs. Dieser moderne markierte Fernwanderweg folgt alten Straßen und Bergpfaden zwischen der Mittelmeerküste und Antiochia in Pisidien beim heutigen Yalvaç. Er zeigt die Landschaft, durch die der Apostel Paulus ins Innere Kleinasiens gewandert sein könnte, bildet seinen Weg jedoch nicht pfadgenau nach.

Тропа Святого Павла

Zwei südliche Zweige

Die Route hat zwei Ausgangspunkte. Der westliche Zweig beginnt in Perge, der östliche ist mit Aspendos und dem Köprüçay-Tal verbunden. In den Bergen treffen sie bei der antiken Stadt Adada zusammen; anschließend führt der Weg weiter nach Yalvaç. Die Gesamtlänge beträgt etwa 500 km.

Selge liegt am östlichen Zweig. Der Weg steigt aus dem Gebiet von Köprülü zur antiken Stadt auf, führt am Theater vorbei und weiter durch die Konglomeratformationen von Adam Kayalar. Wir nennen diese Felsen „Avatare“.

Selge und die Avatare

Warum die Route durch Selge führt

Selge lag an alten Straßen, die die Küste mit den inneren Regionen Pisidiens verbanden. Im Nationalpark sind Steinbrücken, Fragmente gepflasterter Straßen und archäologische Überreste aus verschiedenen Epochen erhalten. Der moderne Weg folgt dieser historischen Bewegungslogik durch den Taurus.

Der Abschnitt bei Selge macht dies besonders anschaulich. Innerhalb weniger Kilometer wechseln Stadtruinen, Dorf, Steintürme und Wald einander ab. Enge Durchgänge zwischen den „Avataren“ wirken wie natürliche Tore, obwohl Wasser und Verwitterung des Konglomerats sie geschaffen haben.

Was an einem Tag möglich ist

Um das Gebiet kennenzulernen, muss man nicht sofort zu einer mehrtägigen Route aufbrechen. Die Runde durch Selge und die „Avatare“ ist etwa 10 km lang, umfasst 230 Höhenmeter und führt bis auf ungefähr 950 m. Sie schließt Theater, Ruinen und Durchgänge zwischen grünen Inseln ein.

Eine schwierigere Variante führt von Selge zum Tazı-Canyon. Unser Track war 12 km lang, umfasste etwa 690 Höhenmeter im Aufstieg und ungefähr 1100 m im Abstieg. Dieser Übergang zeigt die Canyonlandschaft, darf aber nicht automatisch als genaue Etappe des offiziellen Pauluswegs gelten. Jede Tour muss mit der aktuellen Route und dem eigenen GPX-Track abgeglichen werden.

Tazı-Canyon
Einen GPX-Track verwenden

Der Fernwanderweg

Die vollständige Route erfordert eigene Vorbereitung. Zwischen den Dörfern liegen große Entfernungen, Unterkünfte und Geschäfte sind ungleichmäßig verteilt, und Markierungen verändern sich im Laufe der Zeit. Alte Farbzeichen können durch neue Straßen, Forstarbeiten oder Bewuchs verdeckt werden. Für jede Etappe braucht man einen aktuellen Track, einen bestätigten Übernachtungsplatz und eine alternative Ausstiegsmöglichkeit.

Wasser darf nicht nur anhand einer alten Karte geplant werden. Saisonale Quellen trocknen aus, einige Stellen liegen abseits der Hauptlinie. Prüfen Sie Quellen und Unterkünfte vor einer mehrtägigen Tour mithilfe eines aktuellen Wanderführers oder bei den Betreibern der nächsten Pensionen.

Mehrtägige Routen
Wie viel Wasser mitnehmen?

Unsere Wanderungen in Wegnähe

Am 11. November 2023 gingen wir von Selge zum Tazı-Canyon: 12 km und etwa 690 Höhenmeter. Am 27. Januar und 21. April 2024 kehrten wir nach Selge zurück und gingen 9,6–10 km lange Routen durch die „Avatare“ mit etwa 230 Höhenmetern.

Diese Touren vermitteln einen Eindruck von der Gegend, durch die der östliche Zweig führt. Sie ersetzen keine Etappenplanung für den gesamten Weg bis Yalvaç. Zum Kennenlernen sollte man eine Tagesroute wählen und nicht versuchen, entfernte Teile des Weges an einem Tag zu verbinden.

Entfernung und Höhengewinn

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