Ein sicherer Platz für das Zelt muss Gelände, Wetter, Wasser und Gebietsregeln berücksichtigen. Wir erklären, wie Sie die Fläche prüfen und einen Lagerplatz wählen.

Prüfen Sie den gesamten Raum
Schauen Sie zunächst nach oben und prüfen Sie, was sich über dem künftigen Zelt befindet. Trockene Äste, gerissene Stämme und hängengebliebene Bäume können bei einer Böe fallen, auch wenn der Boden eben ist. Prüfen Sie anschließend den Hang darüber: Lockere Steine, Geröll, Lawinenauslauf oder eine frische Erosionsrinne machen eine solche Lichtung gefährlich. Am Fuß einer Felswand findet man vielleicht Schutz vor Wind, doch von oben können Steine herabfallen. Stellen Sie sich vor, wo das Zelt liegt, wenn nachts etwas rollt oder fällt.
Sehen Sie sich danach den Boden und die Abflussrichtung des Wassers an. Ein trockenes Bachbett, eine tiefe Mulde, eine Sandbank und eine Fläche mit Ablagerungsspuren können schnell überflutet werden. Starkregen fällt manchmal weit oberhalb im Tal; klarer Himmel über dem Lager garantiert daher keine trockene Nacht. Streifen aus Ästen, Abfall und glattem Schlamm zeigen, wie hoch ein Hochwasser bereits stand. Verlaufen solche Spuren durch den gewählten Platz, suchen Sie eine Fläche außerhalb des Wasserwegs.
Prüfen Sie Größe und Untergrund
Stellen Sie sich das gesamte Zelt auf dem Boden vor, einschließlich Apsis, Abspannleinen und Zugang am Eingang. Eine kleine Fläche kann die Isomatte aufnehmen, aber für die sichere Befestigung des Außenzeltes nicht ausreichen. Prüfen Sie das vor dem Aufbau, damit Sie das Zelt nicht im Dunkeln umstellen müssen. Blockieren Sie weder Weg noch Zugang zum Wasser; dort können andere Menschen vorbeikommen. Ein freier Durchgang hilft auch Ihnen, das Lager nachts ohne Umweg um gespannte Leinen zu verlassen.
Eine Neigung lässt sich mit dem Körper leichter spüren als mit den Augen. Legen Sie die Matte aus und liegen Sie einige Minuten darauf. Bei leicht geneigtem Untergrund liegen Sie mit dem Kopf höher, damit die Schlafposition angenehm bleibt. Spitze Steine und Zapfen können Sie vorsichtig entfernen und vor dem Aufbruch zurücklegen. Müssen Sie für den Aufbau Büsche abschneiden, Stufen graben oder Moos abziehen, suchen Sie besser einen anderen Platz. Eine solche Vorbereitung beschädigt den Ort für eine einzige Nacht.
Beurteilen Sie den Boden, bevor Sie Heringe einschlagen. Befestigungen für festen Boden halten in lockerem Sand schlecht; zwischen Steinen müssen Abspannleinen möglicherweise nach Herstellerangabe an stabilen Gegenständen befestigt werden. Lernen Sie passende Methoden vor der Reise, damit Sie am Lagerplatz nicht improvisieren müssen. Im Wind müssen alle vorgesehenen Abspannpunkte genutzt werden; ein lockeres Außenzelt hält seine Form schlechter. Prüfen Sie die Spannung direkt nach dem Aufbau, solange alle Befestigungen gut sichtbar sind.
Berücksichtigen Sie Wind, Kälte und Gewitter
Ein offener Hügel ist dem Wind ausgesetzt, in einer feuchten Senke sammeln sich kalte Luft und Kondenswasser. Meist ist eine leicht erhöhte Fläche hinter natürlichem Schutz vor der vorherrschenden Windrichtung angenehmer, sofern dort keine fallenden Äste, Steine oder andere Gefahren bestehen. Überlegen Sie bei der Platzwahl am Abend, wie sich Wind und Kältegefühl während des Schlafs verändern. Drücken Sie den Zeltstoff nicht direkt an Büsche oder Felsen; durch Reibung und Tropfen wird das Außenzelt schnell nass.
Ein Zelt schützt nicht vor Blitzschlag, daher verlangt eine Gewittervorhersage einen eigenen Plan. Planen Sie den Zugang zu einem massiven Gebäude oder einem Fahrzeug mit festem Dach, solange sich die Route noch ändern lässt. Prüfen Sie vorab die örtlichen Gewitterregeln und planen Sie die Zeit so, dass Sie offenes Gelände verlassen. Nähert sich das Unwetter am Abend, darf die Suche nach Schutz nicht bis nach dem Lageraufbau warten.
Organisieren Sie das Lager
Für die Küche eignet sich eine erlaubte, stabile Fläche, auf der Vorbeigehende kein heißes Geschirr berühren. Kochen im Zelt birgt Brand-, Verbrennungs- und Kohlenmonoxidgefahr. Lagern Sie Lebensmittel, Abfall und duftende Dinge nach den Gebietsanforderungen, besonders dort, wo Bären und andere große Tiere vorkommen. Diese Anordnung verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Gerüche Tiere zum Übernachtungsplatz führen.
Halten Sie den vorgeschriebenen Abstand zum Wasser ein; so werden Ufer weniger belastet und Tiere behalten Zugang zur Tränke. Am Abend kann ein bequemes Ufer verlassen wirken, obwohl Tiere später dorthin kommen. Legen Sie keine neue Feuerstelle an, denn sie hinterlässt eine weitere Spur. Ist Feuer erlaubt, nutzen Sie eine eingerichtete Stelle und löschen Sie die Glut vollständig, bevor Sie schlafen. Prüfen Sie vor dem Hinlegen, dass keine Hitze mehr in der Feuerstelle ist.
Vor dem Schlafen und am Morgen
Gehen Sie vor dem Schlafen um das Lager, spannen Sie das Außenzelt nach und prüfen Sie die Heringe, damit alle Befestigungen dem Nachtwind standhalten. Räumen Sie Dinge vom Ausgangsweg und legen Sie die Lampe bereit; im Dunkeln lässt sie sich zwischen der Ausrüstung schlecht suchen. Legen Sie im Voraus fest, wohin Sie nachts sicher treten können. Prüfen Sie morgens den Boden über den Zeltumriss hinaus und sammeln Sie Verpackungsteile, Fäden und Essensreste ein. Nach einem sorgfältigen Lager bleibt nur niedergedrücktes Gras, das sich bald wieder aufrichtet.
Ändert sich das Wetter nachts, bewerten Sie den Platz erneut, auch wenn das Lager bereits steht. Steigendes Wasser, stärkerer Wind, knackende Bäume oder fallende Steine erfordern eine sofortige Entscheidung. Halten Sie Schuhe, wärmende Schicht und Lampe dort, wo sie im Dunkeln leicht erreichbar sind. Vereinbaren Sie noch bei Tageslicht, wer die Gruppe weckt und wohin alle bei einer Räumung des Lagers gehen. Dann müssen die Teilnehmenden bei Gefahr nicht in Eile eine Richtung wählen.









