Die Dauer einer Etappe hängt von Entfernung, Gelände, Untergrund und dem Tempo der Gruppe ab. Dieser Artikel erklärt, wie man die Tagesstrecke mit einer angemessenen Reserve berechnet.

Teilen Sie die Route in Abschnitte
Auf der Karte lassen sich Abzweigungen, Pässe, Wasserstellen, Rastplätze und Lagerplätze vorab markieren. Für jeden Abschnitt sollten Entfernung und Höhengewinn notiert werden; so können Sie die Etappe zwischen bekannten Orientierungspunkten einschätzen. An einer Quelle ist dann beispielsweise klar, welcher Teil des Weges bereits hinter Ihnen liegt und wie viel noch bevorsteht. Vor der Berechnung sollten Sie Maßstab und Maßeinheiten prüfen, damit sich die Längen der Abschnitte miteinander vergleichen lassen.
Die Höhe des Endpunkts zeigt, wo Sie sich am Ende der Etappe befinden. Daraus lässt sich jedoch nur schwer ablesen, wie viele Höhenmeter Sie insgesamt aufsteigen müssen: Der Weg kann mehrmals abfallen und erneut ansteigen. Selbst wenn das Ziel nicht hoch liegt, kosten die zwischenzeitlichen Aufstiege Zeit und Kraft. Addieren Sie den Höhengewinn aller Anstiege und beurteilen Sie die Belastung anschließend anhand des vollständigen Höhenprofils.
Markieren Sie am besten Stellen, an denen Sie langsamer vorankommen werden: Schlamm, Steine, steiler Abstieg, dichtes Gestrüpp und Abzweigungen, die erst gefunden werden müssen. In dichter Vegetation geht ein Teil der Zeit für die Navigation verloren. Die Geschwindigkeit auf einer bekannten Straße eignet sich daher schlecht zur Berechnung eines unbekannten Pfades. Verspricht eine Beschreibung einen einfachen Weg, gibt es aber keine aktuellen Berichte, hilft eine zusätzliche Reserve, diese Unsicherheit schon vor dem Aufbruch zu berücksichtigen.
Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Tempo
Für die Berechnung eignen sich am besten Daten aus Probewanderungen mit einem ähnlichen Rucksack und Untergrund, denn sie bilden Ihre gewohnte Belastung ab. In den Aufzeichnungen sollte zwischen reiner Bewegungszeit und der Gesamtdauer vom Start bis zum Ziel unterschieden werden. Eine App kann Pausen automatisch abziehen; die angezeigten Gehstunden ergeben daher keine genaue Ankunftszeit. Mittagspause und Warten auf andere Teilnehmende erscheinen beispielsweise nicht in diesem Ergebnis, obwohl sie einen Teil des Tages beanspruchen.
Beispiel: Legt die Gruppe auf einem ähnlichen Pfad etwa drei Kilometer pro Bewegungsstunde zurück, benötigen neun Kilometer ungefähr drei Gehstunden. Dazu kommen Pausen, Essen, Wasserholen und Wegsuche. Wenn Sie an einer Quelle anhalten oder sich an einer Weggabelung orientieren, bleibt die Entfernung zum Ziel gleich, während die Zeit weiterläuft. Die genannte Geschwindigkeit dient nur als Beispiel: In anderem Gelände wird Ihr Tempo anders sein; die Zahl darf daher nicht auf jede Route übertragen werden.
Eine Gruppenetappe sollte nach der Person berechnet werden, die mehr Zeit benötigt. Bei einer gemeinsamen Probewanderung lässt sich prüfen, wie dieser Richtwert mit der gewählten Last und dem Untergrund funktioniert. Hat eine Person den Rastplatz bereits erreicht, während die anderen noch unterwegs sind, beginnt die gemeinsame Pause später als ihre eigene. Das Tempo der schnellsten Person eignet sich für deren persönlichen Plan; die Ankunftszeit des gesamten Teams hängt von den langsameren Mitgliedern ab.
Rechnen Sie vom Ziel aus rückwärts
Bestimmen Sie zunächst, wann die Etappe enden muss, und berücksichtigen Sie dabei Tageslicht, Aufbau des Lagers und den Fahrplan für den Rücktransport. Wenn nach der Wanderung eine Übernachtung geplant ist, wird ein Teil des verbleibenden Tages für die Einrichtung des Lagers benötigt. Bei der Rückfahrt mit dem Bus reicht die Berechnung bis zur Haltestelle: Das Ende des Pfades bedeutet noch nicht, dass Sie Ihre Verbindung erreicht haben. Planen Sie auch Zeit für den Weg zur Haltestelle und ihre Suche ein, besonders wenn das Ziel abseits liegt.
Von der gewählten Endzeit ziehen Sie die Dauer der Etappe, die Pausen und eine Verzögerungsreserve ab. Das Ergebnis ist die Uhrzeit, zu der die Gruppe losgehen muss. Eine Essenspause verlegt den nötigen Start beispielsweise nach vorn, auch wenn die Länge des Pfades gleich bleibt. Diese Berechnung verknüpft den morgendlichen Aufbruch mit den Plänen für den Abend und zeigt, wie viel Zeit für den gesamten Weg verfügbar ist.
Beispiel: Sie müssen um 17:00 Uhr an der Haltestelle sein und haben vier Stunden für das Gehen vorgesehen. Eine weitere Stunde entfällt auf Pausen, eine halbe Stunde auf den Weg vom Pfad zum Bus und ebenso viel auf Verzögerungen. Bei dieser Rechnung müssen Sie unter Berücksichtigung aller Teile des Tages spätestens um 11:00 Uhr aufbrechen. Bringt der Transport Sie erst mittags zum Start, sollten Sie die Route verkürzen oder eine andere Anreisemöglichkeit wählen. Andernfalls reicht die Zeit für die geplante Etappe mit Pausen nicht mehr aus.
Legen Sie Entscheidungspunkte fest
Vor dem Aufbruch sollten Sie einen Ort und eine Uhrzeit festlegen, ab denen die Gruppe umkehrt oder zur kurzen Variante wechselt. Wenn Sie beispielsweise bis zur festgelegten Zeit die Abzweigung nicht erreicht haben, bleibt der weiter entfernte Teil für das nächste Mal. Eine solche Regel funktioniert, wenn alle sie vorher kennen und den weiteren Weg verstehen. Dann können die Teilnehmenden ihre Erwartungen schon zu Hause abstimmen, solange noch niemand fest damit rechnet, den entfernten Punkt unbedingt zu sehen.
Unterwegs sollten Sie den tatsächlichen Fortschritt mit der Berechnung vergleichen, damit eine Verzögerung schon vor dem Ende der Etappe auffällt. Hat ein Abschnitt länger gedauert, sollte der verbleibende Teil neu berechnet werden. Nach Regen kann sich beispielsweise der Untergrund auf der gesamten Route verändert haben; schnelleres Gehen bringt Sie daher nicht zwangsläufig wieder in den alten Zeitplan. Wer den Rückstand aufholen will, ohne die neuen Bedingungen einzubeziehen, hält an einem Tempo fest, das nicht mehr passt.
Mehrtägige Wanderung
Bei einer mehrtägigen Wanderung kommen zum Gehen der Abbau des Lagers und das Trocknen der Ausrüstung hinzu, während sich die Müdigkeit allmählich summiert. Nach einem schweren Tag sollte eine kürzere Etappe eingeplant werden, damit die Belastung den Zustand der Teilnehmenden am Morgen berücksichtigt. Ist die Kleidung noch feucht, kann auch die Vorbereitung auf den Aufbruch einen Teil der geplanten Zeit beanspruchen. Hilfreich ist die Möglichkeit, den Lagerplatz innerhalb der erlaubten Orte zu wechseln; so lässt sich der Tagesplan an den tatsächlichen Fortschritt anpassen.
Nach der Rückkehr sollten Sie die tatsächlichen Zeiten einzelner Abschnitte in einem Routenbericht festhalten. Bei der nächsten ähnlichen Route sind diese Aufzeichnungen nützlicher als eine Durchschnittsgeschwindigkeit aus dem Internet, weil sie sich auf Ihre Erfahrung beziehen. Die Dauer eines bekannten Aufstiegs hilft beispielsweise einzuschätzen, welchen Teil des Tages ein vergleichbarer Abschnitt benötigt. Wenn Sie nur die Endzeit speichern, lässt sich schwerer erkennen, wo genau die Verzögerung entstand und inwieweit sie für den neuen Pfad relevant ist.
Notieren Sie neben den Zeiten auch die Gründe für Stopps: Warten auf die Gruppe, Wasserholen, Navigation und Fotos. Dann wird sichtbar, wo sich die Organisation vereinfachen lässt und wo die Reserve objektiv notwendig war. Eine Verzögerung an einer Weggabelung und eine Erholungspause erklären die Dauer desselben Abschnitts beispielsweise auf unterschiedliche Weise. Mehrere solcher Beobachtungen verfeinern nach und nach Ihr persönliches Tempo auf unterschiedlichen Untergründen einschließlich der Erledigungen unterwegs.














